Dienstag, 17. Juli 2007

Engadin: Julierpass, Stausee, Gondeli und Nachtässe in Sils












Hallo meine Lieben

Am Sonntag 15.Juli 2007 wollte ich ursprünglich einen Überraschungsbesuch in Bergün bei Marc machen. Das Risiko das er in Adelboden bei der Arbeit ist, dass hatte bestand aber dieses musste ich eingehen, sonst wäre es ja keine Überraschung mehr gewesen.

Ich fuhr um 8 Uhr von Wahlen aus los, mein erstes Ziel war die Migros Bahnhof SBB, ich musste meine Kühlbox mit Energietrinks, Cola und Wasser füllen. Gemäss Wetterbericht stand ein sensationeller und ein heisser Tag vor der Tür.

Als die Kühlbox gefüllt war fuhr ich um ca. 08:40 Uhr in Richtung Bergün, das im Kanton Graubünden (dr grösschti Kanton flächemässig) liegt, entgegen. Um diese Zeit herrschte kaum Verkehr und so kam ich sehr gut vorwärts. In Zürich behinderten mich ein paar Ampeln an einer durchgehenden fahrt aber diese vielen nicht ins Gewicht.

Die Fahrt war sehr gemütlich, und wie ich denne im Auto sitz muess ich jo glaub nümi erkläre =o), so erreichte ich ziemlich schnell nach dem Heidiland (Autobahnraststätte im Glarnerland) das Bündnerland. Kaum über der Kantonsgrenze erhielt ich eine SMS von Marc und daraus erging ganz klar, er ist nicht im Bündnerland!!!

Das war zwar etwas enttäuschend aber immer noch kein Problem. Für diesen „Supergau“ hat man sich ja in der Regel einen Plan B zurecht gelegt. Ich schrieb eine SMS an Anja, denn sie macht im Moment in Sils im Engadin (auch Kanton Graubünden) gerade Ferien mit ihren Eltern. Ich fragte sie ob sie sich über Besuch freuen würde. Sie war ziemlich überrascht aber sie freude sich und nach Rücksprache mit ihren Eltern (ha jo scho wölle das sie nüt drgege hän) verabredeten wir uns auf dem Julien-Pass.


D’Fahrt uf dä Pass isch wirklich super schön und het zahlrichi Kürvli. Dr Zägge weiss jo sit dr Abfahrt uf Genua, wie gärn ich so Strosse fahr =o) Wirklich blöd isch nume gsi, dass ich en Tschech vorne dra kha han wo sin Skoda Fabia schlicht und eifach überlade kha het. Dä armi Fabia het sich müehsam die Bärgstrosse ufezoge... Er het mir so Leid do, gits eigentlich kei Gsetz wo Kleiwäge vor schwerer Arbeit schützt?? ;o)

Der Julier Pass liegt zwischen Tiefenkastel und Silvaplana. Er wurde bereits zur römischen Kaiserzeit angelegt und die befahrbare Strasse stammt auch bereits schon aus dem Jahre 1826


Das muess me sich emol vorstelle, für das isch die Stross in supr Zuestand gsi!!! ;o) Guet säli Zit sin zwar no keini, Porsche, Ferrari odr Lambos drüber donneret! Guet Ferrari ähnlichs hets sicher scho geh, e Rössli wo en Waage übr dr Pass zieht odr so... und eins vo d’erschte Auto isch sicher au en Mercedes gsi abr glich... 1826 !!! =o)


Der Julierpass ist neben den Tunnelpässen St. Bernadino und grosser St. Bernhard der einzige der im Winter geöffnet bleibt und somit die Handels- und Verkehrswege zwischen dem Norden und Süden ermöglicht.


Do no es paar technischi odr geologischi Date (wie au immr) =o)
Passhöhe: 2284 m, Steigung: 13 %, Passlänge: 43 km
Dr Pass vrbindet die beide Täler Oberhalbstein (GR) und Ober Engadin (GR) und wär das nid interessiert cha jo nomol afange läse und dä Teil denne überspringe... =)


Ich tuckerte also diesem armen ausgenutzten Kindermobile hinterher, trank meine Energietrinks (hät glaub dr Fabia au guet vrtrait) und wartete darauf, diesen quälenden Anblick hinter mir zu lassen. Was mir dann auf einer langen Geraden auch gelang. So kam ich wieder zügig vorwärts bis ich dann beim Stausee Marmorera wieder einen Autoquäler vor mir hatte.
Ich cha nid vrstoh, das meh aneme Auto wo öbe 5 PS het, e Ahänger mitem Segelflugi drahängt und denne e Passstross ufefahrt... und denne no vrdutzt luege wenn me überholt wird... =))

Die Fahrt auf den Julierpass führt durch eine nette Gegend, immer wieder entdeckt man kleine bezaubernde Kirchen in den Dörfer, zum Teil in den Hängen oder auf kleinen Lichtungen. Man fährt durch Dörfer wie z.B. Burvag, Cunter, Tinizong, Rona so wie Mulegns und in denen wird die Strasse manchmal so eng, dass keine zwei Autos nebeneinander vorbeikommen. Es ist auch unglaublich wie viele sich mit dem Rennrad oder dem Mountainbike diese Starsse hinauf plagen!! (do frog ich mi, sin die nid ghürote odr hän die kei Fründin *AUTSCH* sorry sorry... abr isch doch wohr *AUTSCH* jo isch jo guet... sorry =) Irgendwo kurz vor dem letzten Anstieg zum Pass-Gipfel fährt man am Marmorera (Stausee) entlang der den Kanton Zürich (!) mit Strom versorgt.
Das muess me sich scho emol überlege, do het me es ganzes Dorf gfluetet und am Hang neu errichtet !! Also wenn me dörte würd go tauche, denne würde me „Klein Atlantis“ made in Switzerland finde =o))

Als ich auf dem obersten Punkt, also so richtig auf dem Julier, angekommen bin, wartete Anja bereits auf mich. Da sie ihren Peugeot nicht wie alle anderen auf dem normalen Parklplatz, sondern irgendwo zwischen irgendwelchen Motorrädern (z.B. Ninjas) abstellte, sah ich sie nicht gleich auf anhieb.


D'Anja und ich hän veribart, dass ich ihre es SMS schrib wenn ich am Stausee vrbi fahr, denne würde sie mir entgege fahre und mir träffen uns denn uf em Julier-Pass. Ufem Wäg dr Pass uf bin ich an zweine See vrbi cho, nachem Erschte han ich ihre gschribe das ich jetz glaub grad am Stausee vrbigfahre sig (ha zwar scho dänkt, das sig en mickrige Siech abr für Züri wird das wohl länge =o). Hmmm... jo dr richtigi Stausee isch denne öbe 15 Minute spötr cho... =) Es chönnt also scho si, dass d’Anja es ganzes Wyli z’früeh ufem Julier gsi isch odr ich z'spot (?) ;o)

Ich habe noch ein Paar Fotos geschossen, es hatte einen kleinen See (odr Tümpel) mit wunderschönem blauem Wasser! Wir konnten da sogar zwei „Taucher“ beobachten, ich war etwas verwirrt und daher vergass ich vollkommen diese in einem Foto festzuhalten. Danach sind wir auf der „Via da Güglia“ hinunter nach Silvaplana gefahren, eine traumhaft schöne Gegend. Ideal um Sport zu treiben. Als wir fast unten waren machten wir bei einem Aussichtspunkt einen kurzen Stop. Zwischen den Tannen hindurch sah man auf die Seen Lej da Champfer und Lej da Silvaplana auf denen wimmelte es von Surfer, Kiter und Segler Hang Loose ;o) Sie nutzen alle den Malojawind der optimale Bedingungen schafft. Durch die Höhe von 1.800 Metern sind die Seen der höchstgelegene Surfspot Europas.



Übrigens zeige dörte all Joor (bereits sit 30 Joor) die wältbeschte Freestyle-Surfer bim „Stimorol-Engadinwind“ Event mit tollküehne Sprüng und drufgängerische Manöver ihr Chönne. Dörte träffe denne d’Plauschsurfer uf d’Crème de la Crème vo dr Surf-Szene. Dr erschti Gwünner isch übrigens d’Surf-Legände „Robby Naish“ gsi =)

Wir fuhren dann durch Silvaplana nach Sils in das schmucke Hotel Chesa Randolina wo Anja mit ihren Eltern gastierten. Die Eltern (Erich + Ursula) erholten sich im Garten mit einem Buch und Liegestuhl im Schatten eines Baumes. Nach der Begrüssung, wir kannten uns ja noch nicht, sassen wir in die „Gartebeiz“ tranken etwas und besprachen was wir mit diesem Tag anfangen werden (es isch öbe 12:30 Uhr gsi).


Anja und ich entschieden uns mit der Luft-Seilbahn (Gondeli) auf den Corvatsch zu schweben um die Ausssicht über das Tal zu geniessen, ausserdem wollte ich noch versuchen alle 3 Seen auf auf ein Foto zu bekommen.

D’Bärgstation ligt uf 3’003 m.ü. Meer, dört Obe het’s denne Schnee und Gletscher was voll schräg isch, denne im Tal het’s öbe 29° Grad kha...

Nach einem Apfelstrudel mit Vanille (für d’Anja) und einem ohne für mich, einer Portion Pommes (inkl. Ketchup und Majo) machten wir uns wieder auf den Weg ins Tal (notürlich mit dr Gondle odr wie’s Anja seit Gundeli =)))



Eigentlich wollten wir jetz noch zu einem Bergrestaurant, in der Nähe des Moteratsch-Gletschers, fahren um Ursula und Erich zu treffen aber sie teilten uns per SMS mit, dass das Restaurant voll sei und sie zurück ins Hotel fahren würden. Anja und ich entschlossen uns dann nach St. Moritz zu fahren und am See spazieren zu gehen. Da es aber so ziemlich keine Parkplätze gab, fuhren wir spontan zur Bob-Bahn, die ich ja noch nie gesehen habe, ausser im TV.





Unglaublich, ich han immer gmeint die Bahn bestoht s ganzi Joor in Form vonere Schale wo eifach im Winter mit Is usstaffiert wird. Plötzlich stand ich jetz ufeme Waldwäg (das isch denne d’Bahn und vorere tolle sänkrächte Muure us Naturstei (das isch denne die grossi, steili Kurve!!! Also i bi scho grad echli perplex gsi will das garnid in mini Vorstellig passt het =) abr es isch halt wirklich toll uf die Art neui Sache z’lerne und z’erläbe ;)




Später fuhren wir wieder nach Sils, parkten vor dem Hotel, holten den Spaziergang nach in dem wir vieles zu besprechen oder erzählen hatten. Als wir wieder im Hotel waren, gingen wir duschen und trafen uns um 18:30 Uhr mit Ursula und Erich an der Bar. Dort gab es auch eine kleine Schale (miteme Plastiklöffeli) mit Erdnüssen, Anja und ich bedienten uns natürlich ständig aus der Schale mit den Fingern(!!) Bei mir machte sich dann plötzlich der Löffel aus Plastik (!!) selbständig. Ich wollte ihn fassen, Anja hatte die selbe Idee, dadurch stiessen unsere Arme oder Hände zusammen, so das Anja an ihre Mutter anstiess und diese das Glaswein aus den Händen verlor. Nun ja, blamier Dich täglich heissts jo so schön und däm han ich jo nid wölle nochstoh. Es isch eifach widr typisch für mi =)

Im Anschluss begaben wir uns zum Abendessen. Die Vorspeise holten wir uns am Buffet, da gab es verschiedene Salate, Fische, Käse und Auffschnitte. Die Hauptspeise wurde dann aber wieder serviert. Es gab Entenbrust, das habe ich zum ersten Mal gegessen und es war hervorragend. Was Anja gegessen hat weiss ich nicht genau, es war jedenfalls keine Ente. Hmmm... het abr au wie öbis usem Wasser usgseh... vilicht e jungs Surfbrätt odr so =)

Später sassen wir dann im Gemeinschaftsraum oder Salon, dort befand sich ein Chemine das natürlich nicht brande, dies wäre bei den Temperaturen ziemlich unpassend gewesen. I hätt zwar scho gärn es Zünghölzli dri gworfe...gäll Anja, das han i scho richtig gschribe Zünghölzli !! =))

Nun ja, ein toller Tag ging zu Ende. Anja und ich hatten viel unternommen in dieser kurzen Zeit und einmal mehr wieder viel gelacht. Nach dem ersten Kennenlernen finde ich Ihre Eltern echt toll. Obwohl sie mich ja noch nicht kannten störte es sie nicht das ich kurz vorbei komme um Anja zu besuchen und integrierten mich einfach mit ein =) das isch wirklich schön gsi.
Anja und ich verabschiedeten uns, ich fuhr um 21:40 Uhr los und war um ca. 12:45 Uhr wieder in Wahlen. Ich verstehe warum Anja und ihre Eltern jedes Jahr eine Woche in dieses Tal fahren. Es bietet alles, für Sportler gibt es dort fast keine Grenzen. Tja, ich bi sichr nid s’ Letschmol in däm Tal gsi =))

Es isch unfassbar was me über so en Tagesusflug alles schribe chann sorry das ihr immer so vil müend läse... abr i änderes nid, ich schrib z’gärn =)))

So, jetz cha glaub wirklich nüt me spontans dezwüsche cho bevor ich mit dr Anja uf Amschterdam flieg =o) I freu mi extrem uf die Reis, do gits sichr widr einiges z’schribe!!

Wünsch Euch e tolli Zit, bis gli gli...

Euer Marco












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